Pankreas-Werte bei der Katze
(die häufigsten Ursachen sind fett markiert)

Amylase (Referenzwert: bis 1800 U/l)
Amylase kommt in hoher Aktivität im Sekret der Bauchspeicheldrüse vor. Im Blut oder Harn erfolgt die Untersuchung der Aktivität der Amylase bei Verdacht auf Entündungen der Bauchspeicheldrüse. Bei akuter Pankreatitis steigt die Aktivität der Amylase im Blut und die Ausscheidung des Enzyms im Harn um ein Mehrfaches an.
Erhöhter Wert (2- bis 3-fach erhöht)
akute Pankreatitis, Pankreasnekrose, Pankrestumoren, Niereninsuffizienz,
Magen-/Darmperforation, Glukokortikoidtherapie

Lipase (Referenzwert: bis 280 U/l)

Lipase ist ebenfalls ein Enzym, welches ebenfalls im Sekret der Bauchspeicheldrüse vorkommt. Damit das Enzym im Körper richtig angelagert werden kann, benötigt die Lipase zur Unterstützung die Gallensäuren. Bei Ausfall der Galle erscheinen etwa 40-50% und bei Ausfall des Bauchspeicheldrüsensekrets etwa 50-60% der Fette in unveränderter Form im Kot.
Erhöhter Wert (2- bis 3-fach erhöht)
akute Pankreatitis, Pankreasnekrose, Pankreastumoren, Niereninsuffizienz,
Lebererkrankungen (v.a. Lebertumoren), Glukokortikoidtherapie

Trypsin-like immunoreactivity (TLI-) Test (Referenzwert: 12 - 82 µg/l)

Grundsätzlich ist die Untersuchung (wie sie heute normalerweise in fast allen Praxen und deutschen Labors erfolgt) der Amylase und Lipase zur Abklärung einer Pankreatitis bei der Katze wegen der geringen Aussagekraft nicht geeignet. Höhe Sensivität und Spezifität hat nur der TLI-Test zur Untersuchung der Pankreasfunktion. Das Blut-Material wird in deutsche Labore gesendet und von dort in die USA zur Untersuchung geschickt, da der Test in Deutschland noch nicht zur Verfügung steht.

News von Laboklin 26.07.2005:

TLI bei Katzen können wir jetzt bis zu 3x wöchentlich direkt in unserem
Labor durchführen. Dank der Etablierung eines Tests, den das
Cambridge specialist Laboratory gegenüber dem von David Williams
in den USA entwickelten validiert hat, steht dieser pankreasspezifische
Parameter jetz einfacher und schneller zur Verfügung. Einsatzgebiet ist
sowohl die Abklärung von exkretorischen Pankreasinsuffizienzen als
auch die von Pankreatitiden.

Bei dem Referenzwert ist noch folgendes zu beachten: Werte unter 8 µg/l sprechen für eine exokrine Pankreasinsuffizienz, der fragliche Bereich liegt zwischen 8 - 12 µg/l.

Erhöhter Wert
akute Pankreatitis,
Niereninsuffizienz, Unterernährung
Erniedrigter Wert
exokrine Pankreasinsuffizienz