In den letzten Jahren wird immer mehr diskutiert, ob in der Tiermedizin, und damit auch bei Katzen, zu häufig geimpft wird. Diese durchaus berechtigte Diskussion resultiert aus beobachteten Nebenwirkungen, die bei Impfungen auftreten können. Man muss erkennen, dass es kein für jede Katze gültiges Impfschema gibt.
Viele Katzen werden jährlich gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche geimpft. Freigänger oft zusätzlich noch gegen das feline Leukämievirus (meist "Leukose" genannt, was aber falsch ist – Leukose ist eine andere Krankheit) und gegen Tollwut. Vor allem Züchter lassen aussderdem gegen Chlamydien (ein Bakterium, das vor allem die Augen angreifen kann) und gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) impfen. Viele Katzen werden also jährlich mindestens 2-fach geimpft, Freigänger häufig mindestens 4-fach und Zuchtkatzen 6-fach geimpft.
Die herrschenden Impfpläne sind das Resultat von Geschäftemacherei (guter Werbung der Pharmaindustrie und "Angstmacherei" der Tierärzte) sowie Ignoranz und Desinteresse.
ALLGEMEINES
ZU RISIKEN
Grundsätzlich sollte kein Tier geimpft werden, das krank ist. Dies schließt auch Parasitenbefall ein. Die Tiere sollten möglichst vor einer Impfung therapiert und ausgeheilt sein. Erhält eine Katze eine immunsuppressive Therapie (Glukokortikoide oder Zytostatika), so sollte mit der Impfung möglichst bis nach Abschluss dieser Therapie gewartet werden.
Nicht geimpft werden sollten Katzen, die bereits an einem impf-indizierten Sarkom erkrankt waren und Katzen mit vorberichtlichen Autoimmunerkrankungen, da diese durch die Impfung wieder reaktiviert werden könnten.
Katzen können durch Impfungen an Krebs erkranken, und zwar am vakzine-assoziierten Fibrosarkom, auch Impfsarkom genannt. Der Kleintieronkologe Dr. Martin Kessler hat auf einem Tierärztekongress die Häufigkeit hierzulande mit 1 zu 1000 beziffert. Die Geschwulste führen in den allermeisten Fällen zum Tode.
Weitere Impfschäden sind der anaphylaktische Schock unmittelbar nach der Impfung. Er ist tödlich, wenn er nicht sofort vom Tierarzt behandelt wird. Weiterhin sind schwere allergische Reaktionen nach Auffrischimpfungen bekannt. Sie äußern sich in schweren, oft blutigen, Durchfällen und Erbrechen und können die Katze ebenfalls das Leben kosten. Bei Jungtieren können die Impfungen auch die Feinabstimmung der Abwehr stören.
Eine neue US-Studie liefert starke Indizien dafür, dass Impfungen chronische Niereninsuffizienz auslösen können. Viele Impfstoffe werden mit Katzennierenzellen hergestellt. Das kann in der Katze einen Prozess in Gang setzen, der zur fortschreitenden und schließlich tödlichen Zerstörung der Nieren führen kann.
Zu den Erregern des Katzenschnupfens gehören die Feline Herpesvirus-1-Infektion (FHV-1) und die Feline Calicivirusinfektion.
Die Schnupfenimpfung ist längst nicht so gut. Viele Tiere sind Virus-Träger, sie sind also mit FHV-1 oder Calici infiziert und scheiden das Virus (oft lebenslang) aus. Wenn man die hohe Zahl der durchgeimpften Katzen sieht, die trotz der Impfung schnupfenkrank wurden, kann man über diese Impfung sehr ins Grübeln kommen. Das Calici ist sogar seit der Einführung der Impfung deutlich häufiger geworden als davor.
Wohnungskatzen und Freigänger
Nach Empfehlung der Experten und Kraft/Dürr sollten Katzen im Welpenalter (zweimalige Impfung im Alter von 7-9 Wochen und dann im Alter von 10-12 Wochen) gegen Schnupfen grundimmunisiert werden (ohne Chlamydien!! – Der Impfstoff gilt als besonders nebenwirkungsträchtig!!). Wer besonders ängstlich ist, kann dann mit einem Jahr noch mal nachimpfen, danach nur noch alle drei Jahre.
Unbedingt zu beachten ist, dass keine Lebend-Impfung erfolgen sollte. Denn das Lebendimpfvirus kann sich im Impfling verändern, ausgeschieden werden und kann dann andere (geimpfte) Katzen krank machen.
Wer sich nicht sicher ist, ob der Impfschutz noch gegeben ist, kann vor der Impfung Blut bei der Katze abnehmen lassen und im Labor auf Antikörper von FHV-1 und Calici testen lassen.
Die Katzenseuche-Impfung ist die wirksamste Katzenimpfung überhaupt: Ein Tier, das als kleine Katze richtig grundimmunisiert wurde, ist dadurch sehr lange geschützt, wahrscheinlich sogar lebenslang. Eine Grundimmunisierung ist wichtig und kann zusammen mit der Schnupfenimpfung durchgeführt werden. Es stehen Lebend- und Totimpfstoffe zur Verfügung. Da auch die inaktivierten Impfungen den Schutz garantieren, muss keine Lebendvakzine zur Impfung herangezogen werden.
Auch hier gilt:
Wohnungskatzen und Freigänger
Katzen sollten im Welpenalter (zweimalige Impfung im Alter von 7-9 Wochen und dann im Alter von 10-12 Wochen) gegen Seuche grundimmunisiert werden. Wer besonders ängstlich ist, kann dann mit einem Jahr noch mal nachimpfen, danach nur noch alle drei Jahre.
Meine TA benutzt einen Impfstoff, bei dem sogar der Hersteller im Beipackzettel schreibt, dass dieser Impfstoff für zwei Jahre wirksam bleibt. Und das soll in der heutigen Zeit schon sehr viel heissen.
Wer sich nicht sicher ist, ob der Impfschutz noch gegeben ist, kann, gerade bei Freigängern, vor der Impfung Blut bei der Katze abnehmen lassen und im Labor den Antikörpertiter testen lassen.
Die Kombiimpfung für Schnupfen und Seuche ist die einzige, die aus neuer Sicht akzeptabel ist. Man sollte seiner Katze nicht zumuten, mehrere Impfstoffe gleichzeitig verarbeiten zu müssen. Bevor z.B. gegen das FeLV oder Tollwut geimpft wird, sollten mindestens 10 Tage Abstand gehalten werden.
Felines
Leukämievirus (FeLV)
Ein ganz wichtiger Punkt hierzu ist: Vor der ersten FeLV-Impfung muss unbedingt ein Test auf das FeLV-Antigen durchgeführt werden! Der Test kann in jeder Praxis durchgeführt werden. Man benötigt nur 3 Tropfen Blut (kann auch aus dem Ohr entnommen werden). Innerhalb von 5 Minuten ist das Testergebnis vorhanden.
Neuzugänge von unklarem Gesundheits- und Impfstatus sollten erst in Quarantäne kommen und auf FeLV und FIV (Katzenaids) getestet werden, bevor sie in den vorhandenen Bestand integriert werden!
Zusätzlich zur Seuche-Schnupfen-Impfungen sollten junge Freigänger unter zwei Jahren gegen FeLV geimpft werden, und zwar ebenfalls zweimalig als Grundimmunisierung und nach einem Jahr die Auffrischungsimpfung.
Wohnungskatzen sollten nur geimpft werden, wenn sie einem Infektionsdruck ausgesetzt sind. Eine Katze, die ausschließlich in der Wohnung gehalten wird und keinen Kontakt zu anderen Katzen hat, sollte nicht geimpft werden.
Für Freigänger wird eine jährliche Boosterimpfung empfohlen. Da allerdings die meisten über fünf Jahre alten Katzen eine natürliche Infektion durchlaufen haben und eine Altersresistenz gegen FeLV entwickelt haben, sollte bei älteren Katzen der Nutzen einer Impfung gegen deren Nebenwirkungen abgewogen werden, insbesondere da die Impf-induzierten Sarkome sehr häufig durch FeLV-Impfungen verursacht werden.
Noch ein Wort zum Antigen-Test: Es gibt immer mal wieder "falsch-positive" Tests. In diesem Fall sollte unbedingt nach ca. 8 Wochen ein zweiter Test erfolgen. So mancher Katzenbesitzer wurde schon danach überrascht, dass der zweite Test dann negativ ausfiel.
Ein negatives Testergebnis ist als sicher anzusehen, sagt allerdings auch nur aus, dass sich das Tier zum Zeitpunkt der Untersuchung nicht in der Phase der Virämie befand (Quelle: Laboklin).
Grundsätzlich gibt es keinen 100%ig sicheren Test bei seltenen Infektionskrankheiten. Aber es gibt in der Praxis grundsätzlich mehr falsch-positive als falsch-negative Tests!!
Zusätzlich zur Seuche-Schnupfen-Impfung und der Impfung gegen das FeLV sollten Freigänger gegen Tollwut geimpft werden. Wohnungskatzen sollten nur geimpft werden, wenn sie einem Infektionsdruck ausgesetzt sind. Eine Katze, die ausschließlich in der Wohnung gehalten wird und keinen Kontakt zu anderen Katzen hat, sollte nicht geimpft werden.
Die erste Impfung wird im Allgemeinen nicht vor dem dritten Lebensmonat empfohlen. Eine einmalige Impfung ist zur Grundimmunisierung ausreichend. Erst nach einem Jahr ist eine Boosterimpfung notwendig. Zur Ausbildung der Immunität ist ein Monat einzurechnen. Danach ist in Deutschland ("dank" den Gesetzen) eine jährliche Impfung vorgeschrieben. Bei Katzen mit einer FeLV-Infektion kann der Schutz gegen Tollwut unvollständig sein.
Sinnvoll wäre möglicherweise, vor der Impfung einen Nachweis von Antikörpern durchzuführen, um gegebenenfalls auf Impfungen verzichten zu können, da viele der erhältlichen Vakzinen einen erheblichen längeren Schutz (mindestens drei Jahren bieten. Dazu müssten allerdings die gesetzlichen Bestimmungen geändert werden.
Falls nämlich ein ungeimpftes Tier in Tollwutverdacht gerät, muss es getötet werden (Tollwut-Verordnung). Um dies zu verhindern, muss die ordnungsgemäße Impfung nachgewiesen werden, und die sieht bei uns leider immer noch die jährliche Wiederholungsimpfung vor.
Gegen Tollwut empfehlen die neuen amerikanischen Impfrichtlinien eine Erstimpfung der jungen Katze, dann die zweite mit einem Jahr und anschließend nur noch alle drei Jahre eine Auffrischung. Auch alle in Mitteleuropa erhältlichen Haustier-Tollwutvakzinen müssen einen belastbaren Schutz von mindestens drei Jahren bieten.
Warum also wird in Deutschland nicht endlich mal ein neues Gesetz verabschiedet?? Denn: Riskant sind in Bezug auf die Impf-induzierten Sarkome vor allem Leukose- und Tollwutimpfungen. Der deutliche Anstieg dieser Sarkomerkrankungen, den wir bei uns verzeichnen müssen, ist in anderen Ländern ausgeblieben. Tierärzte in den Niederlanden zum Beispiel sehen diese Impfsarkome kaum, da dort üblicherweise nicht gegen Leukose und Tollwut geimpft wird.
Eine Frage sollte man anfangs erst einmal stellen und die Antwort darauf ist die in meinen Augen wichtigste in Bezug auf die Impfung gegen FIP: Kann die Impfung angesichts der hohen Durchseuchung mit Corona überhaupt etwas bringen? Professor Niels Pedersen äußerte sich dazu in Düsseldorf, und zwar sehr klar: „Die FIP-Impfung ist absolut harmlos, sie bringt den Tierärzten und der Pharmaindustrie Geld und sie hat keinen Sinn.“
Trotzdem möchte ich auch hierzu noch ein paar Sätze sagen. Sollte man unbedingt impfen wollen (was allerdings keiner der Experten auf dem Gebiet der viralen Infektionskrankheiten befürwortet, allen voran Frau Dr. Karin Hartmann, die die Spezialistin auf dem Gebiet der viralen Infektionskrankheiten ist), müssen unbedingt ein paar Dinge beachtet werden:
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen. Bei Katzen unter 16 Wochen sollte die Impfung nicht eingesetzt werden. Die Katzen sollten aber auch nicht älter sein als 16 Wochen. Die Zweitimpfung sollte im Alter von 20 Wochen erfolgen. Danach ist eine jährliche Boosterimpfung notwendig.
Grundsätzlich sollte niemals eine Impfung ohne vorherigen Test erfolgen. Hierbei ist zu beachten, dass die Tests mit extremer Vorsicht interpretiert werden sollten. Die Menge nachweisbarer Antikörper gegen FCoV, die im Blut einer Katze zirkulieren, korreliert nicht mit dem evtl. Krankheitsbild. Sind keine Antikörper vorhanden, schließt das eine Infektion mit FCoV nicht aus (manchmal hat eine Katze soviel Antigen im Blut, dass alle Antikörper gebunden sind und keine freien Antikörper zum Nachweis übrig bleiben). Das bedeutet, dass ein "Null-Titer" eigentlich auch gar nichts aussagen kann.
Auf keinen Fall sollten Katzen in einem Haushalt geimpft werden, in dem kurz vorher ein Tier an FIP erkrankt ist.
Auch nicht geimpft werden sollten Katzen, die einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt sein könnten (evtl. durch bereits mit dem FCoV-infizierte Katzen im gleichen Haushalt). In einer in 2002 durchgeführten Studie der Universität Giessen hat sich gezeigt, dass gegen FIP geimpfte Katzen, die einem hohen Infektionsdruck ausgesetzt wurden, eher an FIP erkrankten, als Katzen, die keinen Impfschutz hatten.
In drei älteren Studien wurden in Bezug auf die Wirksamkeit verschiedene Ergebnisse erzielt:
Studie in 1991: Wirksamkeit der
Imfpung 80%
Studie in 1994: Wirksamkeit der Impfung 50%
Studie in 1995: keine Wirksamkeit
Quellen:
Stellungnahmen von Mo Peichl zu
dieser Thematik:
http://www.barfers.de/impfen.htm
Artikel aus der Frankfurter
Allgemeinen Zeitung (von Mo Peichl):
http://www.catgirly.de/Krankheiten/impfenfaz.htm
Weitere Links zum Impfen im
Allgemeinen:
http://www.wdr.de/tv/service/tiere/inhalte/010107_3.html
Link zum Thema FeLV:
http://www.laboklin.de/l_aktuel/lbi9605.htm#FeLV-Infektion
Link zum Thema
Infektionskrankheiten:
http://people.freenet.de/sindern/immunschwinfo.html
Link zu einer Studie:
Untersuchung der Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen die FIP
http://bibd.uni-giessen.de/ghtm/2002/uni/d020045.htm
Weiterer Link in Bezug auf
Impsarkome:
http://www.laboklin.de/l_aktuel/lbi9805.htm
Bücher:
"Katzenkrankheiten" (Kraft/Dürr, erschienen im Schaper Verlag)