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Diagnose - Die Blutuntersuchung |
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Bei den ersten Krankheitsanzeichen sollte zuerst die Blutuntersuchung durchgeführt werden. Dies sollte über ein Labor erfolgen und nicht in der TA-Praxis, da es kaum Praxen gibt, die die bei FIP überaus wichtige Elektrophorese durchführen können. Und die braucht man unbedingt, um evtl. eine Aussage treffen zu können. Grundsätzlich gibt es für die Untersuchung das FIP-Screening. Ich bin jedoch der Meinung, daß mehr Parameter auch mehr Aufschluß darüber geben, welche andere Erkrankung zu den Symptomen bei der erkrankten Katze führen. Folgende Parameter sollte man untersuchen lassen, um evtl. vielleicht schon bei einem ersten Blutbild zu erkennen, ob ein Organ (Leber oder Niere) erkrankt ist, ob eine Entzündung vorliegt, ob eine Blutarmut vorliegt usw.: Rotes Blutbild Dazu gehören folgende Werte: Erythrozyten Bei unklarem Fieber (was bei der ersten Antibiotika-Gabe nicht stark sinkt) würde ich auch sofort die Retikulozyten mittesten lassen. Eine Krankheit, die anfangs ähnliche Symptome hat, sind die Hämobartonellen. Auch hier kann die Katze Fieber haben, apathisch sein und nicht essen wollen. Deshalb würde ich auch immer gleich auf Hämobartonellen testen lassen!! Dank der heutigen wissenschaftlichen Fortschritte weiß man, daß Hämobartonellen auch in Deutschland inzwischen sehr oft auftreten. Das weiß leider noch immer nicht jeder Tierarzt. Deswegen ist der Patientenbesitzer gefordert. Proteine und Serumelektrophorese Dies sind weitere wichtige Parameter bei der Diagnosestellung von FIP: Gesamteiweiß Und natürlich die Aufsschlüsselung (die eigentliche Elektrophorese) der Globuline in alpha-1-
und alpha-2-Globulin Weißes Blutbild (Differenzialblutbild) Das Differenzialblutbild ist wichtig, weil es die Leukozyten aufschlüsselt in ihre verschiedenen "Bestandteile". Die Leukozyten sind nur der Sammelbegriff für die weissen Blut- und Lymphzellen die den roten Blutzellen (Erythrozyten) gegenübergestellt werden. Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Anzahl der weissen Blutkörperchen ab. Prinzipiell sind drei mit spezifischen Aufgaben betraute Leukozytenarten zu unterscheiden, und zwar Lymphozyten, Monozyten und Granulozyten. Die Granulozyten werden nochmals in Basophile Granulozyten, Eosinophile Granulozyten (sie können einen Wurmbefall anzeigen) und in die Stab- und Segmentkernigen Granulozyten unterteilt. Jedes "Bestandteil" kann bei der Beurteilung des Differenzialblutbildes wichtig sein. Gebt Euch nicht nur mit "Einzelteilen" davon zufrieden: Leukozyten Leberwerte Die Leberwerte sind ebenfalls wichtig. Sie können bei FIP verändert sein, da die Krankheit auch die Organe angreifen kann. Andererseits kann eine "normale" und schwerwiegende Leberentzündung die gleichen Symptome wie eine FIP auslösen. Sollten die Werte verändert sein, ist eine darauffolgende Ultraschalluntersuchung zwingend notwendig (bitte lest zur Diagnosesicherung von Lebererkrankungen diese Seite): ALT Nierenwerte Gerade bei älteren Katzen habe ich es nun schon mehrmals erlebt, daß FIP diagnostiziert wurde und man aber am Blutbild und den Nierenwerten eindeutig gesehen hat, daß hier keine FIP vorliegt, sondern eine Niereninsuffizienz (zur Niereinsuffizienz der Katze gibt es im Netz bereits eine tolle Seite). Folgende Werte sollten bei der Blutabnahme mit untersucht werden: Kreatinin sowie die Elektrolyte Caclium Virale Infektionskrankheiten Da auch andere Infektionskrankheiten hohes, antibiotikaresistentes, Fieber, Apathie und Freßunlust auslösen, sollten gerade die beiden wichtigsten mit untersucht werden. Oftmals wird das von den Tierärzten vergessen: FeLV und FIV Coronavirentiter Und natürlich brauchen wir auch noch den Coronavirentiter Folgende Parameter zeigen sich bei FIP verändert: Nur wenn zusätzlich zum Coronaviren-Antikörpertiter diese Blutwerte verändert sind, kann man FIP vermuten. Coronaviren-Antikörpertiter Titer < 1:100 Titer 1:100 und 1:400 wenn mehr als 4 Blutparameter erfüllt sind ist FIP wahrscheinlich, sonst unwahrscheinlich Titer > 1:400 wenn mindestens 3 Blutparameter erfüllt sind ist FIP wahrscheinlich, sonst unwahrscheinlich Aus dem roten Blutbild: Hämatokrit erniedrigt Aus dem Differenzialblutbild: Lymphozyten erniedrigt Von den Leberwerten Bilirubin erhöht Von den Proteinen Gesamteiweiss (TP) - erhöht, aber meist
die Gamma-Globulinfraktion AGP-Level Nach Dr. Addie liefert auch der sogenannte AGP-Level Aufschluß, bei dem Versuch, einen Ausbruch der FIP nachzuweisen. Aber was ist "AGP"? AGP bedeutet "saures Alpha-1-Glykoprotein" und es ist - wie der Name schon sagt - eine Form von Eiweiß. Es ist nicht zu verwechseln mit dem "Alpha-1-Glykoprotein". Beide Proteine gibt es. Sie unterschieden sich u.a. dadurch, daß das Alpha-1-Glykoprotein 13% Kohlenhydrate enthält, das sauere Alpha-1-Glykoprotein aber 41,4%. Zum sauren Alpha-1-Glykoprotein habe ich herausgefunden, daß es dafür in Deutschland einen Test speziell für die Katze gibt. Nach meinen Informationen ist es eine Art Schnelltest für die TA-Praxis: http://www.biorepair.com/deutsch/produkte-akut-phase-proteine.htm Bei FIP ist der AGP-Level erhöht. Antigen-Antikörper-Komplex-Untersuchung Diese Art der Untersuchung gehört in die Kategorie "Direkter Erregernachweis" und ist dort auch nochmals aufgeführt. Es ist nur schwer bis gar nicht möglich, das Virus im Blut zu "isolieren" und somit nachzuweisen. Es gibt jedoch die Möglichkeit, nach viralen Antigenen (Antigene sind Substanzen im Körper, die für die Bildung von Antikörpern zuständig sind) im Körper zu suchen. Dies ist im Blut und im Punktat möglich. Liegt noch nicht genug Flüssikeit zum punktieren vor, so verwendet man den Test für die Untersuchung des Bluts. Der Test nennt sich "KELISA" (kompetitiv enzyme-linked immunosorbent assay). Ist der Test positiv, hat er allerdings nur eine positive Aussagekraft von ca. 67%. Ist er negativ, dann liegt die Aussagekraft bei ca. 84%. Zusammenfassend möchte ich nochmal sagen: Eine Blutuntersuchung allein, reicht bei evtl. positiven Ergebnissen NICHT aus. Ich persönlich würde IMMER noch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens und des Bauchraums veranlassen! Zusätzlich muß - sofern ein Erguß vorhanden ist - auch noch eine Untersuchung des Punktats erfolgen! Im Fall von negativen Ergebnissen ist es jedoch recht eindeutig: dann ist davon auszugehen, daß es sich nicht um FIP handelt und weitere Untersuchungen - je nach Blutbefund - durchgeführt werden müssen. Ganz wichtig ist hierbei der A/G-Quotient: liegt er höher als 0,8 dann ist FIP in 99% aller Fälle auszuschließen!
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